Methylsulfonylmethan – besser bekannt als MSM – klingt wie ein Begriff aus dem Chemielabor, doch die organische Schwefelverbindung hat längst ihren Platz in der Welt der natürlichen Nahrungsergänzungsmittel gefunden. Die Verheißungen klingen fast zu gut, um wahr zu sein: Linderung von Gelenkschmerzen, entzündungshemmende Effekte, Unterstützung der Muskelregeneration, Stärkung des Immunsystems und sogar Anti-Aging-Wirkung für Haut und Haare. Aber was ist Mythos und was ist wissenschaftlich belegt? Wir begeben uns auf eine Spurensuche in der aktuellen Forschung, um herauszufinden, ob MSM tatsächlich das Wundermittel ist, für das es viele halten.
Ein Stoff, der in uns allen steckt
Schwefel ist eines der am häufigsten vorkommenden Elemente im menschlichen Körper und spielt eine Schlüsselrolle in unzähligen biologischen Prozessen. Ohne Schwefel gäbe es kein Kollagen, keine elastischen Sehnen und keine stabilen Gelenke. Doch während wir in unserer Ernährung Kalzium, Magnesium und Vitamin C im Blick haben, wird Schwefel oft vernachlässigt. Dabei ist er essenziell für die Gesundheit von Knorpeln, Bindegewebe und Haut.
MSM ist eine besonders gut bioverfügbare Schwefelquelle, die natürlich in frischen Lebensmitteln vorkommt. Doch durch Verarbeitung und lange Lagerung geht der Schwefelgehalt in unserer Nahrung oft verloren – und genau hier setzt die Supplementierung mit MSM an. Doch welche Auswirkungen hat es wirklich auf den Körper?
MSM und Gelenkgesundheit – Natürliche Hilfe bei Arthrose und Schmerzen?
Wer unter steifen Gelenken oder chronischen Schmerzen leidet, kennt das Problem: Konventionelle Schmerzmittel helfen, bringen aber oft unerwünschte Nebenwirkungen mit sich. MSM wird als sanfte Alternative angepriesen, doch hält es auch wissenschaftlicher Überprüfung stand?
Eine Studie von Kim et al. (2006) untersuchte 50 Patienten mit Kniearthrose, die über 12 Wochen täglich 6 g MSMeinnahmen. Die Ergebnisse waren vielversprechend: Weniger Schmerzen, bessere Beweglichkeit und eine erhöhte Lebensqualität (Osteoarthritis and Cartilage, DOI: 10.1016/j.joca.2005.08.015).
Noch überzeugender war eine Untersuchung von Debbi et al. (2011), die in einer randomisierten, placebokontrollierten Studie mit 49 Patienten ebenfalls eine signifikante Schmerzlinderung und verbesserte Gelenkfunktion durch MSM feststellte (BMC Complementary and Alternative Medicine, DOI: 10.1186/1472-6882-11-50).
Warum wirkt MSM so positiv auf die Gelenke? Ein zentraler Mechanismus ist die Reduktion von entzündlichen Botenstoffen wie TNF-α und IL-6, die maßgeblich an der Schädigung von Knorpelgewebe beteiligt sind. Gleichzeitig unterstützt der Schwefel aus MSM die Kollagenproduktion, die für stabile, widerstandsfähige Gelenke unerlässlich ist.
MSM als Entzündungshemmer – Natürliche Alternative zu Schmerzmitteln?
Entzündungen sind oft eine stille Gefahr. Sie begleiten Arthritis, Muskelschmerzen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer. Während Medikamente wie Ibuprofen oder Kortison Entzündungen bekämpfen, sind sie oft mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden. Kann MSM hier eine Alternative sein?
Eine Metaanalyse von Butawan et al. (2017) zeigte, dass MSM entzündungsfördernde Zytokine wie TNF-α und IL-6 signifikant reduziert, was es zu einem potenziellen Helfer gegen chronische Entzündungen macht (Nutrients, DOI: 10.3390/nu9121316).
Pagonis et al. (2020) untersuchten 50 Probanden, die über sechs Wochen MSM einnahmen und fanden heraus, dass die Entzündungswerte deutlich sanken, was besonders für Menschen mit chronischen Schmerzen interessant ist (Immunology Letters, DOI: 10.1016/j.imlet.2020.03.010).
Doch wie genau wirkt MSM? Die Verbindung hilft, oxidativen Stress zu reduzieren, indem sie überschüssige freie Radikale neutralisiert. So werden Zellschäden minimiert und Entzündungsprozesse eingedämmt – ein möglicher Grund, warum MSM sowohl bei Gelenkbeschwerden als auch bei Autoimmunerkrankungen von Interesse ist.
MSM für Sportler – Weniger Muskelkater, schnellere Regeneration?
Jeder, der regelmäßig trainiert, kennt das Gefühl am nächsten Morgen: Muskelkater, Spannungsgefühle, langsame Regeneration. Studien legen nahe, dass MSM genau hier ansetzen kann.
Kalman et al. (2012) untersuchten Sportler, die über 28 Tage täglich 3 g MSM einnahmen. Das Resultat? Weniger Muskelschäden, geringerer Muskelkater und eine schnellere Regeneration nach dem Training (Journal of the International Society of Sports Nutrition, DOI: 10.1186/1550-2783-9-46).
Ähnlich zeigte eine Studie von Enzveiler et al. (2021), dass MSM die Kreatinkinase-Werte – ein Marker für Muskelschäden – signifikant senkte (Journal of Strength and Conditioning Research, DOI: 10.1519/JSC.0000000000003932).
Der Mechanismus dahinter? MSM reduziert die durch intensives Training entstehenden Mikroentzündungen und oxidativen Stress, sodass sich die Muskeln schneller erholen.
MSM für Haut, Haare und Nägel – Ein Anti-Aging-Wunder?
Schwefel ist ein Schlüsselbestandteil von Kollagen, Elastin und Keratin – den Proteinen, die Haut, Haare und Nägel stark und widerstandsfähig machen. Kein Wunder also, dass MSM als Beauty-Supplement immer beliebter wird.
Berardesca et al. (2008) untersuchten MSM in Kombination mit Silizium und stellten fest, dass nach zwölf Wochen die Hautelastizität verbessert und feine Falten reduziert wurden (Journal of Cosmetic Dermatology, DOI: 10.1111/j.1473-2165.2008.00377.x).
Eine weitere Studie von Falah et al. (2019) zeigte, dass MSM die Keratinproduktion anregt, was zu stärkeren Haaren und stabileren Nägeln führte (International Journal of Trichology, DOI: 10.4103/ijt.ijt_46_19).
MSM als Immunbooster – Schutz gegen Infekte und Allergien?
Ein starkes Immunsystem ist unser bester Schutz gegen Krankheiten. Kann MSM dazu beitragen?
Amirshahi et al. (2017) fanden heraus, dass MSM das Immunsystem positiv beeinflusst und entzündliche Prozesse reduziert (Iranian Journal of Allergy, Asthma, and Immunology, DOI: 10.18502/ijaai.v16i1.507).
Interessant ist auch eine Studie von Barrager et al. (2002), die zeigte, dass Menschen mit saisonalen Allergien nach 30 Tagen MSM-Einnahme deutlich weniger Symptome wie Niesen und verstopfte Nasen hatten (Journal of Alternative and Complementary Medicine, DOI: 10.1089/10755530260128033).
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